Empfehlungen zum Sonnenschutz

Gute Vitamin D-Versorgung bei adäquatem Sonnenschutz

Family Sitting at Breakfast Table SmilingDie Sonne hat sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Bekannt sind vor allem negative Aspekte einer übermäßigen Sonnenbestrahlung:

  • Häufige Sonnenbrände insbesondere in der Kindheit und Jugend werden mit einer Häufung des schwarzen Hautkrebs (Melanom) assoziiert
  • Übermäßige chronische Lichtbelastung wird mit dem weißen Hautkrebs (Basaliom, aktinische Keratose, Plattenepithelcarcinom) in Verbindung gebracht
  • Chronische Lichtbelastung führt zu Alterungserscheinungen der Haut wie Lentigines (Sonnenflecken), Erythrosis interfollicularis colli und Elastosis actinica (dünne, brüchige, verletzliche Haut)
  • Schädigung der Augen wie Katarakt der Linsen oder Tumoren der Augen
  • Beeinträchtigung der Funktion des Immunsystems

Aber auch positive Wirkungen der Sonne werden beschrieben. Es wird diskutiert, dass Menschen, die vermehrt der Sonne ausgesetzt sind, seltener an

  • Osteoporose
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen Schlaganfall, Bluthochdruck
  • Krebs (Non-Hodgkin-Lymphom, Dickdarm-, Plattenepithel- der Lunge, Rippenfell- Prostata-, Nieren-, Blasen-, Schilddrüsen- und Bauchspeicheldrüsen-Carcinom; Brust-, Endometrium-Carcinom
  • Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose, Diabetes Typ I, Rheumatoide Arthritis)
  • Störung der Immunabwehr (Tuberkulose) erkranken und sterben.

Die positiven Effekte sollten nicht außer Acht gelassen werden. Um nur ein Beispiel zu zitieren: eine dänische Studie hat festgestellt, dass Patienten mit einem weißen Hautkrebs ca. 10 Jahre länger leben als die „gesunde“ Population ohne Hautkrebs (Brondum-Jacobsen et al.; 2013). Eine weitere Studie aus Schweden kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Die positiven Effekte der Sonne müssen natürlich in weiteren Untersuchungen bestätigt werden.

Unbekannt ist, wie genau die Sonne die positiven Effekte bewirkt. Vitamin D ist ein möglicher Mechanismus, der insbesondere der Osteoporose vorbeugt. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere positive Effekte der Sonne. Dazu gehören die Produktion von Stickstoffoxid und Kohlenstoffmonoxid, welche den Blutdruck senken und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen reduzieren. Durch Sonne in der Haut produzierte Endorphine sollen das Risiko für Depression senken. Darüber hinaus moduliert die Sonne das Immunsystem, was das Risiko für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen und Infektionen der Haut verringern soll. (Literatur: Can You Have Your Cake and Eat It Too? The Sunlight D-lema; M. F. Holick; The British Journal of Dermatology. 2016;175(6):1129-1131)

Meine derzeitigen Empfehlungen zu einem gesunden Verhalten in der Sonne:

  • Vermeiden Sie immer einen Sonnenbrand, insbesondere bei Kindern
  • Schützen Sie besonders empfindliche Hautareale wie Gesicht, Ohren, Kopfhaut, Hals, Brust/Dekolleté, Schultern und Arme
  • Schützen Sie Ihre Augen
  • Setzen Sie robuste Hautareale wie Beine, Bauch und unteren Rücken, die üblicherweise eher weniger der Sonne ausgesetzt sind, möglichst tgl. mit 1/3 der individuellen Sonnenbrandzeit der Sonne ohne Schutz aus (ca. 5 bis 15 Min. je nach Hauttyp)
  • An Tagen, an denen dies nicht möglich ist, sollten Sie (Jugendliche und Erwachsene) 2000 IE Vitamin D einnehmen; Ihre Kinder in den ersten 10 Lebensjahren 1000 IE; prüfen Sie 1xjährlich den Vitamin D-Spiegel (z. B. Vitamin D3 Wild Öl 500 IE/Tropfen jeweils 4 bzw. 2 Tropfen tgl.)
  • Nutzen Sie kein Solarium!
  • Schützen Sie Ihre Haut durch Konsum von mindestens 9 Portionen Obst und Gemüse in möglichst allen Farben, vor allem rot-orange (Skin-Food)
  • Alleine die Einnahme von Vitamin D ist nicht ausreichend für den Aufbau eines starken Knochens. Unverzichtbar ist, durch Bewegung und Sport den Knochen anzuregen, das durch einen guten Vitamin D-Spiegel aufgenommene Calcium tatsächlich einzubauen.

Im Folgenden habe ich die wichtigsten Regeln zum Sonnenschutz zusammengefasst:

  • Setzen Sie Ihre Kinder nicht unkontrolliert direktem Sonnenlicht aus. Der Sonnenschutz sollte primär durch Kleidung und Hut, an den nicht abdeckbaren Stellen durch Sonnenblocker erfolgen. Bei Kleinkindern sollten diese keine chemischen Lichtschutzfaktoren, sondern nur sogenannte Mikropigmente enthalten. Eine bewusste Sonnenexposition von Bauch, unterem Rücken und Beinen ohne Sonnenschutz für 5 bis max. 10 Min. ist ab dem Schulalter wahrscheinlich sinnvoll.
  • Verhindern Sie stets einen Sonnenbrand, bei Ihren Kindern und sich selbst.
  • Schützen Sie sich bei intensiver Sonnenbestrahlung (Gletscher, Meer etc.) durch Kleidung (langärmeliges Hemd, lange Hose, Hut). Bunte und trockene Kleidung sowie dicht gewebte Naturfasern schützen besser als weiße oder nasse Kleidung und Kunstfasern. Ein Tipp zur Beurteilung der UV-Durchlässigkeit Ihrer Textilien: Halten Sie die entsprechenden Kleidungsstücke gegen eine helle Lampe oder die Sonne; so können Sie je nach Blendung / Lichtdurchlässigkeit einfach ermitteln, wie wirkungsvoll der Stoff die Sonnenstrahlen filtert. Bei Kindern empfehlen wir dies auch im nassen Zustand der Kleidung.
  • Meiden Sie eine unkontrollierte Sonnenbestrahlung in der Mittagszeit (ca. 11.00-15.00 Uhr).
  • Gewöhnen Sie sich langsam an die Sonne.
  • Sonnenschutzmittel müssen sowohl einen UVB- als auch einen UVA-Filter enthalten.
  • Nutzen Sie möglichst hohe Sonnenschutzfaktoren (mindestens LSF 30+).
  • Cremen Sie sich mindestens eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien mit einem Sonnenschutzmittel ein. Wenn Sie gleichzeitig eine Hautpflegecreme verwenden, tragen Sie immer zuerst die Sonnenschutzcreme und erst später die Hautpflegecreme auf. Meist ist eine Hautpflege dann gar nichtmehr notwendig.
  • Achten Sie darauf, dass empfindliche Partien wie Ohren, Nase, Lippen, Haaransatz, Handrücken und Hals ebenfalls eingecremt werden.
  • Tragen Sie nach dem Wassersport oder verstärktem Schwitzen sicherheitshalber erneut Sonnenschutzmittel auf.
  • Auch die Augen sind gegenüber Sonnenlicht empfindlich und sollten mit einer Sonnenbrille geschützt werden.
  • Parfum und Hautpflegemittel mit Duftstoffen sollten vor einer Sonnenbestrahlung nicht aufgetragen werden.
  • Fragen Sie ihren Arzt, ob die von Ihnen eingenommenen Medikamente die Wirkung der Sonne verstärken können. Dies gilt insbesondere für Antibiotika, Antirheumatika, Schlafmittel, Pille und Tretinoin-haltige Medikamente.

Wichtige Informationen zum Sonnenschutz – Achtung:

  • Schwitzen (Sauna, Sport) erniedrigt die für einen Sonnenbrand notwendige UVB-Dosis um ca. 16%. Vorsicht ist also u.a. beim Sport in der Sonne und dem Besuch eines Solariums nach einem Saunagang geboten.
  • Die Bräunung im Solarium (UVA) scheint nicht in gleichem Maße wie die Bräunung durch die natürliche Sonne die Haut vor UV-Schäden zu schützen. Gewöhnen Sie daher Ihre Haut langsam an die Sonne, indem Sie die Zeiten in der Sonne tgl. um wenige Minuten steigern.
  • Die Sicherheit und Qualität von Sonnenschutz-Sprays ist noch nicht abschließend zu bewerten. Siehe dazu auch die Empfehlung der amerikanischen Dermatologen unter „Are spray sunscreens save?“ (http://www.aad.org/media-resources/stats-and-facts/prevention-and-care/sunscreens)
  • Lassen Sie mindestens einmal im Jahr die Haut auf bösartige Male untersuchen (Hautcheck). Diese Untersuchung führen wir in unserer Praxis durch.

Vorhersage der Sonnenbrand verursachenden UV-Strahlung

Sonnenanbeter, Sportler, Fischer, Landwirte, Dachdecker, Straßenbauarbeiter und andere, die sich sehr oft im Freien aufhalten, kann die Vorhersage der Sonnenbrand verursachten UV-Strahlung mit Index, Interpretation und Reaktionsempfehlung vor Sonnenbrand und ernsthaften Spätfolgen schützen.

UV-Check aufs Handy

Unter www.uv-check.com kann von jedem Ort in Europa der Service und darüber hinaus das Informationsangebot zum Sonnenschutz genutzt werden. Nach einer einfachen und einmaligen Anmeldung bietet der Service neben der Nutzung im Internet auch die Möglichkeit einer SMS-Abfrage bequem per Handy. Zusätzlicher Bestandteil dieser Dienstleistung ist der Familien-Service. Mit dieser kann unter einem einzigen Usernamen und Passwort für bis zu sieben Familienmitglieder die persönliche Eigenschutzzeit abgefragt werden. Der UV-Check arbeitet mit einem neu entwickelten Algorithmus auf der gleichen Basis wie der UV-Index und ermittelt die bodennahe UV-Strahlung anhand aktueller Satellitendaten zum Ozongehalt.

Informationen zum Sonnenschutz erhalten Sie auch von der Amerikanischen Akademie für Dermatologie unter: http://www.aad.org/media-resources/stats-and-facts/prevention-and-care/sunscreens.

zuletzt bearbeitet am: 8. Februar 2017 um 14:08.